| Farbe auf Fliesen??!! |
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| Geschrieben von: Administrator |
| Dienstag, den 31. August 2010 um 06:29 Uhr |
Fliesen und Kacheln haben klare Stärken: Sie sind robust, wasserfest und lassen sich problemlos reinigen. Sie haben allerdings auch einen großen Nachteil: Wenn man sich einmal an ihnen satt gesehen hat, ist es ziemlich schwer, sie wieder loszuwerden. Schließlich sind sie fest mit der Wand verklebt.
Foto S. 15 [<- Bitte anpassen]: Mo Riza, „Waiting Low“, CC-Lizenz (BY 2.0) http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/deed.de Alle Bilder stammen aus der kostenlosen Bilddatenbank www.piqs.de
Ein Bad dreimal anders. Ob Crocus, Hellbeige oder Weiß, mit Fliesenlack verpassen Sie dem Bad ein neues Outfit. Die klassische Lösung wäre, alles abzuschlagen und neue Fliesen aufzukleben. Das bedeutet aber viel Arbeit, jede Menge Schmutz und erhebliche Kosten. Zumindest den ersten Arbeitsschritt kann man umgehen, indem man die neuen Fliesen einfach auf die alten klebt. Jedoch bleiben auch bei dieser Variante das nicht ganz unkomplizierte Hantieren mit dem Kleber und die Ausgaben für die neuen Platten. Außerdem wird es an Türrahmen und Steckdosen knifflig, weil die Wand ja um die neue Fliesenschicht dicker wird.Wer sich das alles nicht zumuten will, hat noch zwei andere Möglichkeiten, den alten Fliesen in Bad oder Küche ein neues Aussehen zu geben: Fliesenlack und Klebefolien. Für beide Verfahren gelten die gleichen Vorbereitungsschritte. Zuerst sollten Armaturen wenn möglich abmontiert werden. Dann bekommen die Fliesen und Fugen eine gründliche Reinigung, da Fett-, Kalk- und Seifenreste sowie Staub die Haftwirkung von Farbe und Kleber weitgehend zunichte machen. Der Fachhandel bietet dafür spezielle und kraftvolle Reiniger an. Auch Silikon, das meist im Bad zur Abdichtung der Ecken oder am Übergang zwischen Fliesenfläche und restlicher Wand verwendet wird, muss entfernt werden, wenn man mit Fliesenlack arbeiten will. Die Silikonfugen kratzt man am besten mit dem Messer aus und reinigt sie gründlich mit speziellem Silikonentferner.
Fliesen lackieren – so wird's gemacht: Zunächst den Untergrund von Fett, Kalk und Seifenresten befreien, dann die Grundierung aufbringen. Ist sie getrocknet, kommt der Lack an die Reihe: Bei heller Farbe auf dunklem Untergrund können mehrere Farbschichten nötig sein. (Fotos: Ceresit, Alkor-Venilia) Etwas mehr Vorbereitung verlangen Fliesenlacke, die dafür eine noch bessere Haltbarkeit haben. Die Farbhersteller versprechen zwar, dass ihre Farben auch ohne vorheriges Aufrauen des Untergrunds haften, aber das Schmirgeln der Fliesen, etwa mit Schleifvlies, dürfte die Farbhaftung verbessern. Natürlich muss auch der Schleifstaub gründlich entfernt werden. Danach gilt es – wie immer beim Anstreichen –, die Ränder der Arbeitsflächen abzukleben. Außerdem sollte man an einer unauffälligen Stelle testen, ob die Grundierung auf den Fugen haftet.Ist das nicht der Fall, müssen die Fugen entweder abgeklebt werden und unangestrichen bleiben oder mit einem überstreichbaren Material neu überfugt werden. Sind diese Vorbereitungen abgeschlossen, kann der Heimwerker zu Pinsel oder Farbrolle greifen. Auf der glatten Keramikoberfläche haften nur spezielle Lacke, meist auf Epoxidharz-Basis. Herkömmliche Wandfarbe würde einfach abperlen. Fliesenlacke sind als Zwei-Komponenten-Systeme mit einer Grundierung und dem eigentlichen Lack im Handel. Beides wird seinerseits aus jeweils zwei Ausgangsstoffen gemischt. Angerührt werden sollten sie erst kurz vor dem jeweiligen Arbeitsschritt, da nach sechs Stunden die Aushärtung beginnt.Das eigentliche Überstreichen der Fliesen geschieht in drei Schritten: Zunächst wird mit Pinsel oder Schaumstoffrolle die Grundierung aufgebracht, die sechs Stunden trocknen muss. Auch die Grundierungsschicht sollte noch einmal sanft mit Schmirgelpapier bearbeitet werden. Übrigens empfiehlt es sich, einen ausreichenden Vorrat an Schaumstoffrollen bereitzuhalten, da sie vom Fliesenlack stärker angegriffen werden als von herkömmlicher Farbe. Dann kommt die erste Lackschicht an die Reihe. Sie muss mindestens zwölf Stunden trocknen, bevor die nächste Lage aufgebracht werden kann. Bei heller Farbe auf sehr dunklen oder kontrastreich gemusterten Fliesen kann eine dritte Lackschicht nötig werden. Danach sollte der Anstrich drei Tage gut belüftet werden, damit der Lack restlos aushärten kann. Nachdem auch dies geschehen ist, gilt es nur noch, die Ecken und Ränder erneut mit Silikon wasserdicht zu machen – fertig!Die einfachere Variante ist das Überkleben mit Folie. Dabei kommt es darauf an, was das Ziel ist: eine komplette Neueinfärbung des Bads oder nur ein paar Akzente, etwa mit Seepferdchen-Aufklebern an einigen Stellen. Wer ein wenig künstlerisch begabt ist, kann schon mit Window-Color Farbtupfer ins Bad bringen. Besonders dauerhaft sind diese kleinen Kunstwerke allerdings nicht. Fliesenfolien halten dagegen schon deutlich länger. Es gibt sie in vielen verschiedenen Gestaltungsvarianten. Die übliche Größe ist so bemessen, dass die Folie eine handelsübliche Fliese, die 15 mal 15 Zentimeter misst, genau abdeckt. Die Aufkleber können aber auch kleiner sein und nur für einige Blickfänger in Bad und Küche sorgen. Unabhängig davon kommt es bei den Klebefolien vor allem darauf an, an den Kanten genau zu arbeiten und die Dekorschicht gut festzustreichen, um Luftblasen zu vermeiden. Kleine Blasen können zwar mit einer Nadel aufgestochen werden, gerade im Bad öffnet das jedoch neue Angriffspunkte für das Wasser. Bevor in dem Raum geduscht oder gekocht wird, sollte man den Folien drei Stunden Zeit geben, um ihre volle Haftstärke zu erreichen.26 Klicks |
| Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 26. September 2010 um 08:58 Uhr |









